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Jahresbericht 2025

Sozialpädagogisches Zentrum Kerpen

Jahresbericht SPZ Kerpen 2023/2024

VORWORT

Liebe Kolleg:innen aus dem Jugendamt und den anderen Trägern der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, sehr geehrte Politiker:innen und liebe Mitbürger:innen,

mit diesem Jahresbericht möchten wir Ihnen einen Einblick in die Arbeit des Sozialpädagogischen Zentrums Kerpen für die Jahre 2025 geben. Das letzte Jahr war von dynamischen gesellschaftlichen Entwicklungen geprägt, die unsere Arbeit maßgeblich beeinflussten. Während die direkten Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, sowie des Kriegsausbruchs in der Ukraine, welche inzwischen Jahre zurückliegen, nicht mehr sichtbar sind, werden wir weiterhin mit ihren langfristigen Nachwirkungen konfrontiert, insbesondere im Hinblick auf psychosoziale Belastungen und Bildungsdefizite bei Kindern und Jugendlichen.

Trotz dieser vielschichtigen Anforderungen hat das SPZ Kerpen seine Stärke und Anpassungsfähigkeit erneut unter Beweis gestellt. Wir haben unsere bewährten Arbeitsformen weiterentwickelt und neue Wege beschritten, um den sich wandelnden Bedarfen gerecht zu werden. Dies wäre ohne das unermüdliche Engagement unserer Mitarbeitenden, die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Jugendamt Kerpen sowie allen Institutionen und Organisationen im Haus der Familie, im Rhein-Erft-Kreis und darüber hinaus nicht möglich gewesen. Für diese wertvolle Kooperation und das entgegengebrachte Vertrauen möchten wir uns von Herzen bedanken.

Wir sind zuversichtlich, dass wir auch in Zukunft gemeinsam die Herausforderungen meistern und Familien, Kinder und Jugendliche in Kerpen bestmöglich unterstützen können.

Daniel Dobbelstein

Geschäftsführer

Bild Martina Kruse

Martina Kruse

stv. Geschäftsführerin
Koordinatorin Frühe Hilfen

Kira Scholz

Koordinatorin
Ambulante Erziehungshilfen

Heinz-Bert Mevissen

Koordinator / Tagesgruppe

DANKE.

1. ALLGEMEINER TEIL:

1.1. Das Sozialpädagogische Zentrum

Das Sozialpädagogische Zentrum Kerpen bietet mit seinen Abteilungen „Ambulante Erziehungshilfen“, „Frühe Hilfen“ und „Tagesgruppe“ ein vielfältiges Spektrum an erzieherischen und unterstützenden Hilfen für Familien, Kinder und Jugendliche an. Unser systemischer Ansatz zielt darauf ab, die Ressourcen des gesamten Familiensystems zu stärken und für eine positive Entwicklung zu nutzen. Die drei Träger unserer Einrichtung sind die Arbeiterwohlfahrt Rhein-Erft & Euskirchen e.V., die Parisozial Rhein-Erft und die Diakonie Köln und Region gGmbH.

Die Verwaltung des SPZ ist weiterhin die erste Anlaufstelle für Kontakte jeglicher Art und leitet Anfragen an die entsprechenden Abteilungen weiter. Durch unsere vielfältigen Möglichkeiten begleiten, beraten und unterstützen wir Familien von der Schwangerschaft bis zum Auszug der Kinder. Unser Angebot reicht von präventiven Baby-Begrüßungs-Besuchen bis hin zu intensiven Beratungssettings bei komplexen Familiensituationen.

Das Sozialpädagogische Zentrum Kerpen wurde im Jahr 1986 gegründet. am 2. Oktober 2026 dürfen wir also unser 40-jähriges Bestehen feiern.

1.2. Haus der Familie

Seit 2017 beherbergt das Haus der Familie in der Kölner Straße 15 die Verwaltung des Sozialpädagogischen Zentrums sowie das Team der Ambulanten Erziehungshilfen und das Team der Frühen Hilfen. Eine großzügige räumliche Ausstattung hat es uns ermöglicht, unsere Gruppenangebote zu erweitern. Ein Teil dieser Angebote sind Klient:innen vorbehalten, die in fester Zusammenarbeit mit dem SPZ stehen und denen es schwerfallen würde, andere Angebote auf dem freien Markt wahrzunehmen. Die Gründe hierfür sind vielfältig: entstehende Kosten, Furcht vor Stigmatisierung oder Ausgrenzung, mangelnde Kenntnis oder soziale Phobien. Als sehr fruchtbar hat sich die Kooperation im Haus der Familie mit anderen Trägern der Kinder- und Jugendhilfe erwiesen. Regelmäßige Vernetzungstreffen, die Planung von gemeinsamen Angeboten und die kurzen Wege bei der Vermittlung von Klient:innen sind nur einige der Vorteile.

1.3. Allgemeine Herausforderungen im Jahr 2025

Wie alle Jahre seit 2020 war auch 2025 geprägt von der Notwendigkeit, auf eine sich ständig verändernde soziale Landschaft zu reagieren. Die allgemeinen politische Lage im In- wie auch Ausland und das damit verbundene Gefühl ständig neuer Bedrohungslagen lassen eine stabile Basis missen auf die es hinzuarbeiten gibt. Viele Familien kämpften mit den Langzeitfolgen von Isolation, Existenzängsten und wirtschaftlichen Sorgen, was zu erhöhten Konflikten und einem gestiegenen Bedarf an psychosozialer Unterstützung führte. Die bereits vor 2020 existierenden Schwierigkeiten bei der Anbindung an psychotherapeutische Praxen und psychiatrische Kliniken verschärften sich auch in 2025 weiter. Jüngste Entwicklungen lassen hier immernoch keine Entlastung in 2026 erwarten.

Eine zusätzliche, bedeutende Herausforderung im letzten Jahr war weiterhin die Integration von Familien, die aufgrund der Flüchtlingsbewegungen, insbesondere aus der Ukraine, in Kerpen ankamen. Diese Familien benötigten spezifische Unterstützung bei der Bewältigung von Traumata, der sprachlichen und kulturellen Integration sowie beim Zugang zu Bildung und sozialen Dienstleistungen. Unsere Mitarbeitenden haben sich hier mit großem Engagement diesen neuen Bedarfen gestellt und ihre interkulturellen Kompetenzen weiter ausgebaut.

Trotz dieser Herausforderungen haben wir unsere Arbeitsformen flexibel angepasst. So nutzen wir bspw. moderne digitale Hilfsmittel um Sprachgrenzen ein Stück weit einfacher aufzuöäsen. Telefonische und Videokontakte ergänzten selbstverständlich persönliche Treffen, insbesondere um niedrigschwellige Zugänge zu schaffen und die Erreichbarkeit zu verbessern. Dies ermöglichte uns, auch Familien zu erreichen, denen die Wahrnehmung von Präsenzterminen erschwert ist, wie beispielsweise Alleinerziehende, berufstätige Elternteile oder Familien in Kur- oder Krankenhausaufenthalten.

2. AMBULANTE ERZIEHUNGSHILFEN

Im Rahmen der Ambulanten Erziehungshilfen bieten wir weiterhin ambulante Hilfen zur Erziehung gemäß §§ 27 ff. SGB VIII im Auftrag und in Kooperation mit den Jugendämtern im Rhein-Erft-Kreis an, mit einem Schwerpunkt auf dem Jugendamt Kerpen.

Unser Team setzte sich im Jahr 2025 wie folgt zusammen:

  • Kira Scholz, Koordinatorin, Sozialarbeiterin M. A., Systemische Beraterin (DGSF)
  • Franziska Schwerdtfeger, z. Zt. in Elternzeit, Sozialarbeiterin B. A., Systemische Beraterin (DGSF)
  • Tamara Stein, Sozialarbeiterin B. A., systemische Beraterin
  • Johanna Bosten, Pädagogin B. A., kreativer Kindercoach
  • Olga Naumov, Sozialarbeiterin B. A.
  • Iris Döhler, Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin B.A., Systemische Beraterin (DGSF) i.A., sonderpädagogische Zusatzqualifikation
  • Lea Beuel, Sozialarbeiterin B.A.
  • Miguel Salgado, ???
  • Sandra Focken, ???
  • Alexandra Barthel, Sozialpädagogin M. A., Insoweit erfahrene Fachkraft im Kinderschutz
  • Tobias Rummler, Dipl. Sozialarbeiter, systemischer Familientherapeut

Wir danken allen Mitarbeitenden auch in diesem Jahr für ihre engagierte, professionelle und wertschätzende Arbeit im Rahmen der ambulanten Hilfen. Aufgrund persönlicher und beruflicher Veränderungen verabschieden wir Herrn Salgado und Frau Focken und bedanken uns herzlich für ihre Mitarbeit in unserem SPZ. Ein besonderer Dank gilt Herrn Rummerl, der sich nach XXXXXX Jahren engagierter Tätigkeit im SPZ in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet hat.

Das Leben als Familie verläuft vielfältig und in unterschiedlicher Art und Weise. Schulschwierigkeiten, Geschwisterrivalitäten, Paar- oder Elternkonflikte sowie finanzielle Belastungen können zu besonderen Herausforderungen führen. Wenn die Möglichkeiten der Familien im Umgang und der Erziehung ihrer Kinder ausgeschöpft sind, bieten wir Unterstützung an. Unsere Arbeit richtet sich dabei nach dem Bedarf und den Zielen der Familie, welche in gemeinsamen Hilfeplangesprächen mit dem zuständigen Jugendamt besprochen werden.

Als Grundlage unserer Arbeit dient die ressourcenorientierte, systemische Sicht und Arbeitsweise unter Einbeziehung des gesamten Familiensystems und des sozialen Umfelds. Dies bedeutet, dass wir die Bemühungen aller Familienmitglieder ernst nehmen und wertschätzen. So kann der Blick leichter auf die Ressourcen gelenkt werden. Gemeinsam geht es darum, die Selbstorganisation der Familien zu stärken und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Dadurch verfolgen wir das übergeordnete Ziel, die Familien darin zu befähigen, ihr Leben (wieder) selbständig und ohne fremde Hilfe zu führen.

2.1. Angebote

  • Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH)
  • SPFH für Familien mit psychisch erkrankten Elternteilen
  • SPFH für Pflegefamiliensysteme
  • SPFH im Rahmen der Rückführung von minderjährigen Kindern in die Familie
  • Unterstützung im Rahmen von Maßnahmen gemäß § 8a SGB VIII
  • Begleitete Umgangskontakte (BU)
  • Marte Meo
  • projektbezogene Gruppenarbeit/ Freizeitaktionen (i.d.R. für Familien mit bereits bestehender Kooperation)
  • Aufsuchende Familientherapie (AFT)
  • Intensive Krisenhilfe (IKH)
  • Erziehungsbeistandschaft (EB)
  • Ambulante Hilfe für junge Volljährige
  • Bei Bedarf bieten wir auch darüber hinaus projektbezogene Gruppenarbeiten an. Sprechen Sie uns an!

Sofern Sie an einer ausführlichen Leistungsbeschreibung der Angebote interessiert sind, können Sie diese >HIER<< finden oder gerne bei der Koordinatorin Kira Scholz erfragen.

Bezüglich der projektbezogenen Gruppenarbeit sowie Freizeitaktionen haben wir gemeinsam mit den Familien Jugendliche aus unseren ambulanten Hilfen auch 2025 wieder abwechslungsreiche Erfahrungen sammeln können. In den Osterferien meldeten sich insgesamt sechs Familien zu einem gemeinsamen Ausflug in das Deutsche Sport- & Olympiamuseum an. Nach einer spannenden und interaktiven Führung ließen wir den Tag in gemeinsamer Runde bei einem Pizzaessen in einem Restaurant in Köln am Rhein ausklingen.

BILDER Museum!!

In den Herbstferien richtete sich ein „Kunst- & Kochprojekt“ gezielt an Jugendliche aus unseren laufenden Hilfen. Die Teilnehmenden entschieden sich für den Schwerpunkt Kochen und bereiteten gemeinsam frische Pasta zu. Dabei ergänzten sich die Jugendlichen und die pädagogischen Fachkräfte wunderbar: Während ein Teil der Gruppe die Zutaten für die Pastaaufläufe vorbereitete, kümmerten sich andere um die Bedienung der Pastamaschine. Aufgrund der durchweg guten Rückmeldungen fanden bereits zwei weitere Termine statt. Besonders erfreulich war aus fachlicher Sicht, dass die Jugendlichen untereinander Kontakte knüpfen und sich vernetzen konnten. Gleichzeitig bot das Projekt wertvolle Beobachtungsmöglichkeiten und Anknüpfungspunkte für die weitere pädagogische Arbeit: Individuelle Stärken wurden sichtbar, und die Jugendlichen konnten in einem geschützten Rahmen neue Erfahrungen mit Gleichaltrigen sammeln.

BILDER Herbstferien!!

Als weiteres besonderes Angebot konnten wir im Mai interessierten Kindern ein Kinderyoga-Projekt über vier Termine hinweg ermöglichen. Dieses wurde von unserer Kollegin Johanna Bosten durchgeführt, die als Pädagogin, kreativer Kindercoach und Kinderyogalehrerin mit großem Engagement und viel Einfühlungsvermögen die Kinder begleitete.

BILD YOGA!!

2.2. Statistiken

Im Jahr 2025 waren die Ambulanten Erziehungshilfen in **[Statistik: Anzahl der Unterstützungsangebote 2023]** Unterstützungsangeboten tätig. Dies resultierte in einer Zusammenarbeit mit insgesamt **[Statistik: Anzahl der Kinder und Jugendlichen 2023]** Kindern und Jugendlichen aus den jeweiligen Familiensystemen.

2.3. Feedback von Familien

O-Töne!

3. TAGESGRUPPE

Die Tagesgruppe des Sozialpädagogischen Zentrums Kerpen ist eine teilstationäre Einrichtung, die ausschließlich für das Jugendamt der Kolpingstadt Kerpen tätig wird. Aufgenommen werden Kinder zwischen 7-12 Jahren. Die Aufnahmegründe sind vielfältig: Das Familiensystem ist durch Schulschwierigkeiten, aggressive Tendenzen, Entwicklungsverzögerungen des Kindes, Verwahrlosungstendenzen, Beziehungsprobleme etc. stark belastet, aber noch so stabil, dass die Kinder in der Familie verbleiben können. Aufgenommen werden auch fremduntergebrachte Kinder, bei denen mit Hilfe der Begleitung und Förderung der Tagesgruppe eine Rückkehr in den elterlichen Haushalt möglich wird. Diese Hilfe ist zeitlich begrenzt, in der Regel beträgt die maximale Verweildauer 2 Jahre. Der Betreuungsschlüssel beträgt 3:1 – 3 Kinder pro Fachkraft können aufgenommen werden.

Die Tagesgruppe umfasst als ganzheitliche Maßnahme den gesamten Hilfeprozess von der Problemanalyse VOR der Aufnahme bis zur Nachbetreuung der Familie NACH der Entlassung.

Soziales Lernen in der Gruppe, Begleitung der schulischen Förderung, Arbeit mit dem familiären Bezugssystem und die Einbeziehung des sozialen Umfelds und anderer betreuender Institutionen ermöglichen eine Beziehungsklärung zwischen den Familienmitgliedern und ermöglichen allen gemeinsame Lernerfahrungen. Die Eltern werden entlastet, ohne aus der Verantwortung für ihr Kind entlassen zu werden. Die Kinder erfahren eine gezielte, auf sie abgestimmte Förderung, die Erziehung wird alltagsnah zwischen den Pädagog:innen und Eltern abgestimmt.

3.1. Angebote und Besonderheiten in den Jahren 2023 und 2024

Die Tagesgruppe blieb auch in den Jahren 2023 und 2024 durchgehend geöffnet und konnte ihren Auftrag uneingeschränkt erfüllen. Die Erfahrungen aus der Pandemiezeit, insbesondere hinsichtlich der schnellen Anpassung an sich ändernde Bedingungen und der Nutzung digitaler Kommunikationswege für Elterngespräche, wurden konsequent in die Alltagsarbeit integriert.

Ein besonderer Fokus lag auf der Unterstützung der Kinder bei der Bewältigung der Nachwirkungen der Pandemie, wie etwa bei Lernrückständen oder sozialen Ängsten. Die strukturierte Tagesgestaltung mit gemeinsamen Mahlzeiten, Hausaufgabenbetreuung und vielfältigen Freizeitangeboten bot den Kindern weiterhin einen sicheren Rahmen für soziales Lernen und individuelle Förderung. Die Ferienfreizeiten, die auch während der Pandemie aufrechterhalten werden konnten, blieben ein wichtiger Bestandteil unseres Angebots und förderten die sozialen Kompetenzen der Kinder nachhaltig.

Die Integration von Kindern aus Flüchtlingsfamilien, insbesondere aus der Ukraine, war eine neue Herausforderung, die unser Team mit großem Engagement annahm. Es wurden spezifische Angebote zur sprachlichen Förderung und zur Unterstützung bei der Integration in das soziale Umfeld der Gruppe entwickelt. Die enge Zusammenarbeit mit Schulen und anderen Institutionen war hierbei unerlässlich.

Die Kinder haben ein großes Mitspracherecht, dies zeigt sich auch an den Kinderkonferenzen und an den außerplanmäßigen Gruppentreffen, die von allen einberufen werden können.

In den Sommerferien fährt die Gruppe in eine Ferienfreizeit auf den Jugendhof Finkenberg in Blankenheim. Dieses Angebot ist besonders wichtig, da Kinder hier außerhalb des normalen Alltagablaufes lernen über einen längeren Zeitraum ununterbrochen im Kontakt zu sein. Sie lernen miteinander umzugehen und sich auseinanderzusetzen – eine wichtige Erfahrung, die im Anschluss mit in den Alltag in Gruppe, Familie und Schule genommen werden kann.

Die Arbeit mit dem Familiensystem umfasst:

  • Elternberatung
  • Elterngruppenarbeit
  • Paarberatung
  • Elterntraining
  • Hospitation der Eltern in der Gruppe

Neben den Familiensystemen wird ein enger Austausch mit den Schulen und Lehrer:innen und mit anderen Institutionen, die die Kinder und Familien unterstützen, gepflegt.

3.2. Statistik

Die Tagesgruppe verfügt weiterhin über 9 Betreuungsplätze. In den Jahren 2023 und 2024 gab es insgesamt **[Statistik: Anzahl der Entlassungen 2023/2024]** Entlassungen von Kindern, die durch Neuaufnahmen direkt wiederbesetzt wurden. Alle Kinder konnten erfolgreich in ihr häusliches Umfeld entlassen werden, Inobhutnahmen waren nicht notwendig.

4. FRÜHE HILFEN

Frühe Hilfen arbeiten an der Schnittstelle von Gesundheitswesen und Jugendhilfe. Diesem Gedanken trägt auch die Zusammensetzung des Präventionsteams Rechnung. Zum Team gehören derzeit in unterschiedlichem Beschäftigungsumfang:

  • Martina Kruse, Koordinatorin und stv. Geschäftführerin, M. A. Education & Management, Familiengesundheitshebamme, Systemische Beratung (SG), Traumazentrierte Fachberaterin (DeGPT), EMDR, I.B.T.® Online Beraterin
  • Ülkü Marangoz, Dipl. Sozialpädagogin, systemischer Elterncoach, Marte Meo Therapeutin, Insoweit erfahrene Fachkraft (Kinderschutz)
  • Franziska Bachem, Kinderkrankenschwester, Familienhebamme
  • Katja Österlein, Dipl. Sozialpädagogin, Psychoanalytische-Systemische Beraterin (APF)
  • Ann Kristin van Balen, Pädagogin (B.A.), Gesundheits- & Kinderkrankenpflegerin, System. Beratung i.A
  • Ramona van Kann, Familiengesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, z. Zt in Elternzeit
  • Brigitte Brand, Familienpflegerin, HOT-Trainerin, unterstützt das Team stundenweise

Durch diese unterschiedlichen Qualifikationen ist es möglich, ein breites Feld von Themen mit den Familien zu bearbeiten.

2025 war für die Frühen Hilfen eine Zeit des Umbruchs. Zwei langjährige Mitarbeiterinnen haben sich in den Ruhestand verabschiedet. Diese Stellen konnten mit qualifizierten und engagierten Kolleginnen nachbesetzt werden. Es ist erfreulicherweise gelungen, Brigitte Brand, Familienpflegerin, über die Verrentung hinaus mit einigen Wochenstunden zu halten. In dieser Zeit unterstützt sie bei der Antragsstellung (Elterngeld, Kindergeld, Jobcenter Anträge etc.). Für Familien ist dies im Formulardschungel eine wichtige Hilfe und für die Kolleginnen eine deutliche Entlastung.

4.1. Angebote und Besonderheiten in den Jahren 2025

In der Kolpingstadt Kerpen richten sich die Frühen Hilfen an Familien von Schwangerschaft bis zum 4. Lebensjahr des Kindes. Unsere Arbeit umfasst die Teilbereiche:

  • Informationsvermittlung: Anfragende Eltern, Familien und Netzwerkpartner:innen bekommen Informationen zu den relevanten Themen rund um das Familienleben, beispielsweise zu Krabbelgruppen, Kindertagesbetreuung, Angeboten der Gesundheitshilfen oder weiteren Beratungsangeboten. Bei Bedarf vermitteln wir weiter an die geeignete Institution.
  • Gruppenangebote: Zu unserem langjährigen Angebot gehört eine offene Krabbelgruppe für Kinder im ersten Lebensjahr, ein offenes Spielecafé für Familien mit Kindern ab dem zweiten Lebensjahr, eine Eltern-Kind-Gruppe für Kinder bis zum KiTa Eintritt, ein Kochtreff und regelmäßig stattfindende Beikost Workshops. Neu kamen in 2025 die ‚Babyzeit‘, ein Gruppenangebot für Kinder und Eltern zwischen 6-9 Monaten mit 5 Terminen, in denen Eltern sich in einer festen Gruppe austauschen können und Impulse zur kindlichen Entwicklung und Förderung und den dazugehörenden Herausforderungen bekommen können. Eine weitere Ergänzung ist das Begegnungscafe für Alleinerziehende, dass gemeinsam mit dem Familienladen einmal monatlich stattfindet und Kontakt- und Vernetzungsmöglichkeiten für Eltern bietet.
  • Individuelle Familienarbeit, die sich an den Bedarfen der Familien ausrichtet
  • Baby-Begrüßungs-Besuche im Auftrag und in Kooperation mit der Präventionsstelle der Kolpingstadt Kerpen
  • Eine weitere Neuerung aus dem Jahr 2025 betrifft die ehrenamtliche Arbeit. Wir haben uns von Wellcome – praktische Hilfe nach der Geburt© als langjährigem Kooperationspartner getrennt und dafür ein ähnliches Angebot gestartet: Familienpat*innen im Sozialpädagogischen Zentrum. Hiermit haben wir – anderes als mit wellcome© – die Möglichkeit, Familien auch über das erste Lebensjahr hinaus und länger als drei Monate zu unterstützen. Familienpat*innen können individuell angepasst an die Bedürfnisse der Familien und zugeschnitten auf die Ressourcen der ehrenamtlichen Personen so entlasten, wie es benötigt wird
  • Die AOK Gesundheitskasse ist ein fester Kooperationspartner geworden. Auch in 2025 konnten darüber wieder Baby Erste-Hilfe-Seminare in unseren Räumen angeboten werden.

4.2. Statistiken

4.2.1. Anzahl Familien/Kinder

4.2.2. Familienkonstellationen

4.2.3 Zugang zur Hilfe

4.2.4 Babybegrüßung

4.2.6 Indikationen

Teamübergreifende Entwicklung

Netzwerk rund um das SPZ

Um Familien entsprechend unterstützen zu können, ist uns die Vernetzung im Sozialraum besonders wichtig. Dies geschieht in der direkten Familienarbeit durch die Kooperationen mit anderen Institutionen, die im Kontakt mit der Familie stehen. Zudem sehen wir uns durch Beteiligung im Sozialraum sowie (über-)regional in folgenden Arbeitskreisen und -gemeinschaften vertreten:

  • Netzwerk „Starke Kinder im Schatten“ – Kinder psychisch- und suchtkranker Eltern im Rhein-Erft-Kreis (sowie Steuerungsgruppe des Netzwerks Starke Kinder im Schatten)
  • Ankommen in Kerpen
  • SPFH-AG
  • Arbeitsgemeinschaft Koordinator:innen – Ambulante Hilfen im Rhein-Erft-Kreis
  • Zentraler Arbeitskreis Ambulante Hilfen (ZAK)
  • Runder Tisch gegen häusliche Gewalt an Frauen und deren Kindern
  • AG § 78 SGB VIII Kerpen
  • AK Sucht
  • Trägertreffen im Haus der Familie
  • AK Antidiskriminierung
  • AK Frühe Hilfen Rhein Erft Kreis
  • Sozialraumkonferenz Türnich Brüggen Balkhausen
  • Gemeindepsychiatrischen Verbund (GPV) im Rhein-Erft-Kreis
  • Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft Rhein-Erft
  • Runder Tisch Kindergesundheit
  • Bildungs- und Teilhabechancen Projekt
  • Jugenhilfeausschuss Kerpen
  • Netzwerk „INSOFA“ Kerpen
  • Kinderschutz – Koordinationsstelle Kerpen
  • Austausch Netzwerk-Jobcenter-Jugendhilfe/li>
  • Austausch Queertreff
  • AK §8a-Beratung in Kooperation mit der Erziehungs- und Familienberatungsstelle der Caritas

Co-Arbeit zwischen den Ambulanten Erziehungshilfen und den Frühen Hilfen

Zusammenarbeit wird im Sozialpädagogischen Zentrum Kerpen großgeschrieben. Überschneidungen zwischen den Teams gehören seit vielen Jahren zum Arbeitsalltag: So wird eine Familie im Rahmen der Sozialpädagogischen Familienhilfe begleitet, während ein Kind derselben Familie die Tagesgruppe besucht. Oder eine Familie, die von den Ambulanten Erziehungshilfen unterstützt wird, erwartet ein Neugeborenes und die Frühen Hilfen stehen für Fragen rund um die frühe Kindheit zur Verfügung. Im Jahr 2025 wurde diese teamübergreifende Zusammenarbeit zunehmend angefragt. In mehreren Familien wurden beide Teams vom Jugendamt der Kolpingstadt Kerpen im Hilfeplanverfahren ausdrücklich eingesetzt, um eine möglichst passgenaue Unterstützung sicherzustellen. Fachkräfte der Frühen Hilfen mit besonderer Expertise in gesundheitlichen und entwicklungsbezogenen Fragen von Säuglingen und Kleinkindern ergänzen dabei die hohe (sozial-)pädagogische Fachlichkeit der Mitarbeitenden der Ambulanten Hilfen.

Schutzkonzept und konzeptionelle Teamtage

Im Mai 2025 fanden erneut konzeptionelle Teamtage unter dem Motto „Kinderschutz & institutionelles Schutzkonzept des Sozialpädagogischen Zentrums“ statt. Ziel dieser Tage war es, bestehendes Wissen zu den Abläufen im Kinderschutz aufzufrischen und zugleich von den vielfältigen Theorie- und Praxiserfahrungen der einzelnen Teams zu profitieren. Ein besonderer Dank sowie große Anerkennung gelten unseren Kolleginnen Alexandra Barthel und Ülkü Marangoz, die in den vergangenen Jahren die Weiterbildung zur „insoweit erfahrenen Kinderschutzfachkraft“ erfolgreich abgeschlossen haben. Darüber hinaus haben sie sich intensiv in zentralen Schwerpunktthemen – insbesondere in der Prävention sexualisierter Gewalt bei Kindern und Jugendlichen – qualifiziert und bereichern damit die fachliche Arbeit aller Teams in besonderem Maße. Zudem wurde das im Jahr 2023 entwickelte institutionelle Schutzkonzept im gemeinsamen Austausch überprüft, weiterentwickelt und im praxisorientierten Diskurs auch neuen Teammitgliedern umfassend vermittelt. Die Teamtage haben somit nicht nur zur Aktualisierung und Vertiefung des fachlichen Wissens beigetragen, sondern zugleich den teamübergreifenden Austausch gefördert und den Zusammenhalt innerhalb der Organisation gestärkt.

BILDER TEAMTAGE NEUERLINK zum Schutzkonzept AUF HP

Inhouse Fortbildung

Nicht erst seit der Corona-Pandemie steigt der Unterstützungsbedarf bei psychischen Erkrankungen. Familien in solchen Belastungssituationen professionell zu begleiten und dabei eine systemische Perspektive einzunehmen, stellt hohe Anforderungen an das Hilfesystem. Im Jahr 2024 wurden daher alle Mitarbeitenden der Teams des Sozialpädagogischen Zentrums Kerpen im Rahmen einer Inhouse-Fortbildung zu diesem Thema geschult. An vier Fortbildungstagen konnten sie ein systemisches Verständnis von psychiatrischen Diagnosen weiter entwickeln. Theoretischer Input, das Kennenlernen systemischer Diagnosekonzepte, der Ausbau methodischer Kompetenzen sowie Fallreflexionen füllten die Tage inhaltlich. In der praktischen Arbeit fühlen sich die Mitarbeitenden seither gestärkt und können Familien mit psychischen Belastungen nun mit mehr fachlicher Sicherheit unterstützen. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Tanja Kuhnert von cambiat – systemisches Institut für ihr Engagement!

Im Rahmen der Woche der Diakonie haben wir, in Kooperation der Frühen Hilfen und der Ambulanten Erziehungshilfen, ein Cafe für Alleinerziehenden angeboten. Hier wurde bei einem gemeinsamen Frühstück der Austausch gefördert.

5. AUSBLICK

Das Sozialpädagogische Zentrum Kerpen blickt optimistisch auf die kommenden Jahre. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben uns gezeigt, wie flexibel und resilient unsere Arbeit gestaltet werden kann. Wir werden die bewährten Arbeitsformen weiterführen und uns proaktiv neuen Herausforderungen stellen. Der Fachkräftemangel bleibt eine zentrale Aufgabe, der wir uns durch gezielte Personalentwicklung und Attraktivität als Arbeitgeber entgegenstellen werden.

Wir werden weiterhin eng mit den Jugendämtern, insbesondere dem Jugendamt in Kerpen, sowie allen Partnern im Sozialraum zusammenarbeiten, um Familien, Kinder und Jugendliche bestmöglich zu unterstützen und ihnen eine gute Zukunft zu ermöglichen. Dabei werden wir die gesellschaftlichen Entwicklungen aufmerksam verfolgen und unsere Angebote kontinuierlich anpassen, um den Bedarfen der Familien in Kerpen gerecht zu werden.

Wir freuen uns insbesondere auf unsere 40-Jahr Feier am 02.10. bei der wir uns und unsere Arbeit nicht nur Revue passieren lassen, sondern Ihnen zeigen können, wie sich unsere Angebote veränderten um für die Menschen in jedem Jahrzehnte die Hilfe anbieten zu können die gebraucht wird und wurde.

Ein kurzes Nachwort von uns als Träger:innen:

Wir danken den Mitarbeitenden aller Träger für den Einsatz in den letzten Jahren.

Wir sind froh auch nach 40 Jahren mit allen Jugendämtern, besonders dem Jugendamt in Kerpen, in so gutem Austausch zu stehen.

Das SPZ entwickelt sich immer weiter und wir werden neue Herausforderungen, wie in der Vergangenheit proaktiv angehen.

DANKE

Kornelia Wirtz-Wollsiffer

Geschäftsführerin

Andreas Houska

Geschäftsführer

Martina Schönhals

Geschäftsführerin

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